Die goldene Ära
Die goldene Ära trat für Teplitz in der Epoche des Klassizismus ein. Nach dem Feuerbrand im Jahre 1793 veränderte die Stadt ihr Gesicht – mit aktiver Unterstützung von Herrschern der umliegenden Länder. Es wurde eine ganze Reihe neuer Kurhäuser errichtet und die Stadt mit ihren Kurbädern erreichte einen wahrhaft repräsentativen Charakter. Besuche von Persönlichkeiten der damaligen Welt zogen eine vornehme Gesellschaft in den Kurort. Den Weltruf der Bäder mass man an der Menge der anwesenden Aristokratie und Teplitz wurde wirklich zum „Salon Europas“. Zu Besuch waren hier Herrscher wie z.B. der schwedische König Gustav IV., die Kaiserin Marie Louise, der preusissche König Friedrich Wilhelm III. oder der holländische König Ludwig, der Bruder Napoleons. Ebenso trugen Persönlichkeiten der Kulturwelt zum Aufstieg von Teplitz bei. Im Jahre 1812 waren hier zum ersten Mal Goethe und Beethoven einander begegnet. Beethoven verfasste hier seine legendären "Briefe an die Unsterbliche Geliebte“. Auch die Brüder Humboldt, der eine Naturforscher, der andere Staatsmann, waren langfristig zu Besuch im Bad. In Teplitz fanden auch internationale Verhandlungen statt und die Stadt bewahrte ihren Ruf eines europäischen Zentrums. Im Jahre 1860 trafen sich hier der Kaiser Franz Josef I. mit dem preussischen König Wilhelm, im Jahre 1878 war der deutsche Kaiser Wilhelm I. zu Kur. Die Anwesenheit von Staatsoberhäuptern samt ihrer Delegationen trug ausserordentlich zur Anhebung der Popularität des Kurortes bei. Die durchschnittliche Besucherzahl lag bei 5 bis 6 Tausend und die Aufenthalte ausländischer Gäste brachten der Stadt beträchtliche wirtschaftliche Vorteile ein.
Ein wichtiger Teil der Stadt war Schönau (Šanov), dessen insgesamt ruhigeres Milieu mehr Kurgäste als Teplitz selbst lockte. Daher wurden im Jahre 1895 beide Orte zu einer Verwaltungseinheit Teplitz – Schönau verbunden. Gegenüber anderen Kurorten hatte Teplitz den Vorteil, dass in den Kurhäusern auch Beherbergung zu Verfügung stand und die Therapie damit fast ununterbrochen das ganze Jahr hindurch möglich war. Diese Vorteile, verbunden mit einer relativ breiten Skala von Krankheitsindikationen, machten Teplitz attraktiv, auch wegen seines Charakters und vornehmer Gäste.
Die Anfänge von Eichwald (Dubí) als eines Kurbades fallen in das Jahr 1860, in dem hier vom Fabrikanten Tschinkel das erste Kurhaus „Diana’s Bad“ gebaut wurde. Basis der Therapie bildeten Warm-, Kalt- und Dampfbäder mit Nadeln von Bäumen und Wasser aus dem Bergbach. In der Stadt wurden in dieser Zeit Promenaden, Alleen, Aussichtsterrassen und Gaststätten errichtet. Nicht ganze zwanzig Jahre später war in Eichwald schon das zweitälteste Kurhaus „Dr. Brecher’s Wasserheilanstalt“, wo man die Methoden von Priessnitz, Hahn und Kneipp anwandte. Für die Bäder wurde Quellwasser, das oberhalb der Anstalt entsprang, benutzt. Für die Kurgäste wurden Konzerte und Unterhaltungsabende veranstaltet, die zusammen mit den guten Heilergebnissen zu einer stets anwachsenden Popularität der Eichwälder Kurbäder beitrugen.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war Teplitz eine sehr rege und gesellschaftlich lebhafte Stadt mit einem hohen Niveau der Dienstleistungen, attraktiven Unterhaltungslokalen und einem bunten Kulturangebot. Das Interesse an einem Kuraufenthalt schwankte, obwohl die therapeutische Betreuung auf gutem Niveau war. Zu den traditionellen Behandlungen kamen Massagedüsen, Kohlensäure-Thermalbäder, Krankheitsgymnastik und Elektrotherapie hinzu.

