Geschichte der Teplitzer Bäder im Zeitablauf

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ES REGNET!

 

Der Regen aus dem Erzgebirge dringt in die Tiefen der Erde ein, wobei er intensiv Wärme, Mineralien und heilende Wirkung aufnimmt. Heute, nach 18 Tausend Jahren Einwirkung, ist daraus das einzigartige Teplitzer Thermalwasser mit seinem bedeutenden Heilpotential geworden.

 

 

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RÖMER UND KELTEN DANKEN DEN QUELLEN!



Vom Beginn unserer Zeitrechnung stammen die ersten Beweise über eine Nutzung des hiesigen Thermalwassers. Im Quellschacht der Urquelle wurden römische Münzen und keltischer Schmuck gefunden – Gaben, die gewöhnlich aus Dank an die heilende Kraft der Quellen ins Wasser geworfen wurden.

 

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NACH EINER LEGENDE WURDEN DIE HIESIGEN QUELLEN VON EINEM SCHWEINCHEN GEFUNDEN!



Aus der Chronik des Václav Hajek von Libočany:

Ein Hirte, der jeden Tag seine Schweine hütete, hatte in seiner Herde auch ein Schweinchen, das immer hinter den anderen zurück blieb, weil es lahmte. Deshalb wunderte er sich anfangs auch nicht, das es ab und zu verschwand. Nach einiger Zeit fiel dem Hirten auf, dass selbiges Schweinchen überhaupt nicht mehr humpelte und letztlich munterer war als die anderen! Dennoch entfernte es sich jeden Tag von der Herde, und so entschloss sich der Hirte, ihm zu folgen um festzustellen, wohin es läuft und was zu seiner wundersamen Heilung führte. Er lief ihm nach bis zu einer Stelle, wo aus der Erde eine heiße Quelle emporstieg. Das Schweinchen wälzte sich dort vergnügt im Schlamm. Gleich nachdem der Hirte mit seiner Herde heimkehrte, eilte er zum Landedelmann namens Kolostůj, dem dieses Land gehörte, um ihm zu berichten, was er gesehen hatte. Kolostůj gründete an dieser Stelle eine Ansiedlung, die später Teplice genannt wurde.

 

 

1154
DIE ERSTE ORGANISIERTE NUTZUNG DES THERMALWASSERS!



Die böhmische Königin Judith, Mutter des Přemysl Otakar I., gründete ein Kloster „ad aquas calidas“ (an den warmen Wassern). Zum Benediktinerkloster gehörte auch ein Spital. Die Nonnen kümmerten sich um Alte und Kranke, und zur Heilung verwendeten sie auch die Thermalquellen.

 

1580
DIE ERSTEN BADEHÄUSER AUS STEIN WURDEN ERRICHTET, REGELMÄSSIGE GÄSTE WAREN DIE SÄCHSISCHEN KURFÜRSTEN!

Seit dem Jahre 1580 begann man, allmählich die ursprünglichen Badehäuser aus Holz abzureißen und durch feste, aus Stein gebaute zu ersetzen. In dieser Zeit war Teplice schon ein bekannter Badeort. Im Jahre 1550 hielt sich in Teplice die Herzogin Katherina von Sachsen auf und seit dieser Zeit kam alljährlich die Familie des Kurfürsten mit ihrem ganzen Hofstaat nach Teplice

 

1712
BESUCH PETERS DES GROSSEN – DANK IHM ENTDECKTE RUSSLAND DAS BÄDERWESEN!


Im Herbst 1712 reiste Zar Peter der Große nach Teplice. Der Aufenthalt in den böhmischen Bädern verschaffte ihm bedeutende Erleichterung, und so bekamen nach seiner Rückkehr seine Untergebenen die nicht leichte Aufgabe – Mineralquellen in Russland zu finden und für Seine Hoheit das erste russische Kurbad zu errichten.

 

1756 - 1763
WÄHREND DER KRIEGE WAREN DIE TEPLITZER BÄDER EINE OASE DES FRIEDENS!

Während des Siebenjährigen Krieges (1756 -1762) fanden ganz in der Nähe von Teplice kriegerische Auseinandersetzungen statt. Teplice aber wurde zur militärfreien Stadt erklärt, in der sich die Soldaten beider Seiten gleichzeitig von ihren Verletzungen heilten, und so konnten sich die Feinde von den Schlachtfeldern nur in den Teplitzer Bädern in Frieden treffen. Auch während späterer Militärereignisse wurde Teplice zur Lazarett-Stadt.

 

1811, 1812
BESUCH LUDWIG VAN BEETHOVENS – IN TEPLICE BEGANN ER SEINE BERÜHMTESTE SYMPHOMIE, DIE NEUNTE ZU SCHREIBEN!


Das berühmte und einzige Treffen der beiden Geistesgrößen – Beethoven und Goethe:

An der Kreuzung zweier Promenaden im Teplitzer Schlossgarten trafen am 23. Juli 1812 die beiden Größen der europäischen Kultur – der „Dichterfürst“ Johann Wolfgang von Goethe und der geniale Komponist Ludwig van Beethoven – die Kaiserin Maria Ludovika und deren Gefolge.

Bettina von Arnim, eine Salonlöwin Anfang des 19. Jahrhunderts, zitierte in einem Brief ihrem Freund einige Jahre nach dem Tod beider Künstler das nachfolgende Zeitzeugnis, das ihr Beethoven selbst anvertraut hatte: „Als wir gestern vom Spaziergang heimkehrten, trafen wir die ganze kaiserliche Familie. Goethe ließ meinen Arm los und stellte sich auf dem Weg zur Seite. Ich konnte ihn zu keinem weiteren Schritt bewegen. Ich drückte mir also den Hut in die Stirn, schloss meinen Gehrock, verschränkte die Arme im Rücken und ging mitten durch die Gesellschaft, während Goethe sich ehrfurchtsvoll vor dem Gefolge verneigte.“

Beethovens Stolz und Goethes Servilität verursachten ihr beiderseitiges Unverständnis und auch eine Absage der bereits verabredeten Zusammenarbeit. Die Worte der Ode an die Freude gehörten so bereits Schiller.

 

1854
BESUCH DER KAISERIN SISSI – IHR ZU EHREN WURDE DANN DAS KAISERIN-ELISABETH-BAD ERÖFFNET!

 

Das frisch vermählte Paar - Kaiser Franz Joseph und die junge Elisabeth, das als das anmutigste Herrscherpaar seiner Zeit galt, begaben sich nach ihrer Hochzeit am 24. April 1854 auf Hochzeitsreise. Das junge Kaiserpaar wurde auch in das damalige Teplitz eingeladen, das wegen seiner Pracht und Eleganz auch Klein Paris oder Salon Europas genannt wurde. Elisabeth gab gegen allen Erwartungen nicht dem Gebäude des Stadtbades (dem heutigen Kurhaus Beethoven) den Vorzug, sondern fand an dem damaligen Gebäude des Steinbad ihren Gefallen.

An etwa der gleichen Stelle wurde ein neues Kurhaus errichtet, dass im Jahre 1911 zu Ehren des Besuchs von Sissi als Kaiserin-Elisabeth-Bad eröffnet wurde.



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