Thermalquellen
Chemische Analyse der Quellen – die Hauptkomponenten
| Kationte | Urquelle | Hynie | |
|---|---|---|---|
| Antimon | mg/l | <0,0008 | <0,0008 |
| Barium | mg/l | 0,01 | 0,019 |
| Beryllium | mg/l | 0,00169 | 0,00386 |
| Cesium | mg/l | 0,018 | 0,023 |
| Zin | mg/l | 0,0008 | 0,0008 |
| Kalium | mg/l | 10,58 | 11,12 |
| Magnesium | mg/l | 6,486 | 5,961 |
| Lithium | mg/l | 0,382 | 0,342 |
| Mangan | mg/l | 0,002 | 0,013 |
| Kupfer | mg/l | 0,00059 | 0,0002 |
| Rubidium | mg/l | 0,075 | 0,094 |
| Natrium | mg/l | 211,6 | 304,6 |
| Strontium | mg/l | 0,441 | 0,478 |
| SilBer | mg/l | 0,00043 | 0,00005 |
| Calcium | mg/l | 40,7 | 35,28 |
| Eisen | mg/l | 0,015 | 0,343 |
| Anionete | Urquelle | Hynie | |
|---|---|---|---|
| Bromid | mg/l | 0,157 | 0,128 |
| Fluorid | mg/l | 5,74 | 7,01 |
| Hydrogenarsenit | mg/l | 0,01 | 0,032 |
| Hydrogenphosphat | mg/l | 0,024 | 0,014 |
| Hydrogencarbonat | mg/l | 502 | 588,3 |
| Chlorid | mg/l | 50,8 | 55,83 |
| Jodid | mg/l | 0,008 | 0,01 |
| Selenat | mg/l | <0,0008 | <0,0008 |
| Sulfat | mg/l | 132,6 | 255,9 |
| Weiter Kompenenten | Urquelle | Hynie | |
|---|---|---|---|
| Borsäure | mg/l | 0,373 | 0,494 |
| Kiesesäure | mg/l | 61,74 | 52,65 |
| Radium 226 | Bg/l | 0,086 | 0,131 |
| Freier Kohlendoxid | mg/l | 78 | 97 |
Thermalwasser
Die ausserordentlichen Heilerfolge erreicht das Kurbad Teplitz Dank einer gezielten Nutzung der Naturheilquellen - der Teplitzer Thermen.
Die bilden sich in einem massiven, stark zersprungenen Rhyolithkorpus, der sich in einem 12 Kilometer breiten und 18 Kilometer langen Streifen vom Südrand von Teplitz bis zur Grenze mit Deutschland erstreckt. Durch den Einbruch des bis 1000 Meter starken Korpus entstand in geologischen Vorzeiten das markante Tal unter dem Erzgebirgekamm mit einer späteren Sedimentenausfüllung einschliesslich der bedeutsamen Braunkohleschicht.
Die Thermen entsprangen ursprünglich am Südrand des Tales in drei Gruppen. In der Teplitzer Gruppe war die Urquelle die wichtigste Quelle mit einer Temperatur von 39 °C und Ergiebigkeit bis zu 800 Kubikmeter pro Tag. Weitere bedeutende Quellen waren hier die drei Damenquellen, die Sandquelle und die Augenquelle. In der Schönauer Gruppe war, was die Menge betrifft, ursprünglich die Steinbadquelle mit ihrer Temperatur von 38 °C und Ergiebigkeit bis zu 400 Kubikmeter pro Tag die bedeutsamste. Weiter zu erwähnen sind noch die Militär-, Schlangen-, Stephanie-, Schwefel-, Wiesen- und Hügelquelle. Westlich von Teplitz, in der Nähe des Ortes Lahošť, entsprang die gewaltige Riesenquelle mit einer Ergiebigkeit bis 3.600 Kubikmeter pro Tag und Temperatur von 27 °C.
Seit der Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg im ganzen Becken unter dem Erzgebirge, und somit auch im Raum zwischen Teplitz und Dux, schlagartig die Kohlenförderung an. Bei der Bahnung eines Grubenkorridors im Bergwerk Döllinger bei Dux kam es am 10. Februar 1879 an der Kontaktstelle des Kohlenfundortes mit jenem Rhyolithkorpus zu einem Einbruch, wodurch eine riessige Spalte entstand, aus der bis 22,5 °C warmes Wasser austrat und ein Volumen von 33 Kubikmeter pro Sekunde vorzeigte. Binnen 40 Minuten war die ganze Grube überflutet und 23 Bergleute kamen dabei ums Leben. Das Wasser strömte weiter in andere, durch Gänge verbundene Berggruben im Revier. In 64 Stunden danach verschwunden alle Thermalquellen in Teplitz. Es handelte sich um die erste Weltkatastrophe seiner Art. Es wurde sofort intensive Arbeit aufgenommen, um die Naturheilquellen wieder zu finden. Dieses Bemühen war dermassen erfolgreich, dass die Kursaison nicht im Mindesten gestört war. Man muss aber betonen, dass dies nur Dank strenger Regeln gelang, die sowohl die Bergwerke, als auch das Kurbad zu komplizierten Sanierungsmassnahmen verpflichteten. Am anspruchvollsten waren diese Massnahmen unmittelbar nach dem Döllinger-Einbruch, aber auch kurz danach bei Einbrüchen in den Bergwerken Viktorin und Gisela, die sich in der Nähe der Döllinger-Grube befanden.
Im Interesse der Erhaltung der Quellenqualität war es in den letzten 120 Jahren notwendig, nach und nach eine Reihe komplizierter und kostspieliger Arbeiten zu realisieren. In deren Rahmen wurde auch in Teplitz, im Bereich des heutigen Kulturhauses, in der Tiefe von 978 Metern eine Neue ergiebige Thermalquelle aufgefunden, die nach ihrem Entdecker Hynie benannt wurde. Sie hat eine stabile Temperatur von 44,5 °C und eine Ergiebigkeit von 1.700 Kubikmeter pro Tag.
In einem relativ kurzen Zeitraum nach den Einbrüchen, Hand in Hand mit der fortschreitenden Kenntnis der Heileigenschaften der Thermalquellen und mit der Entfaltung der technischen Verbindungen zwischen den Quellen und den Balneobetrieben, kam es Schritt nach Schritt zu einer Einschränkung der Zahl der genutzten Quellen von den ursprünglichen vierzehn auf zwei – die Urquelle und die Bergquelle. So war es bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Nach der Erwerbung der neuen Quelle Hynie wird der gesamte Bedarf an Thermalwasser in den Kurbädern und auch im Schönauer Aquazentrum durch ein Gemisch der Wässer, die aus den Quellen Hynie und Urquelle gewonnen werden, abgedeckt. Die Qualität dieser Mischung ist für die Heilzwecke der Krankheitsindikationen in Teplitz ausgesprochen ideal.
Die Teplitzer Naturheilquellen erfordern eine ständige Pflege. Die Aktiengesellschaft Bad Teplitz in Böhmen hat sie mit dem Eintritt ins neue Jahrhundert entschieden verbessert. Im Rahmen der anspruchsvollen und originellen Sanierung von 50 Metern des Schachts der Urquelle im Jahre 2000 wurde eine erstklassige Monitoring- und Regulierungsaustattung eingerichtet. Die Kontrolle der Qualität der Quelle und der anknüpfenden Regulierung wird mit Hilfe der Computertechnik mit Spezialsoftware auf dem aktuell erreichbaren technischen Level vollbracht. So war es sprunghaft möglich, bedeutende positive Ergebnisse im Bezug zu dieser Quelle zu erreichen.
Der letzte wichtige Schritt in der Sorge um die Teplitzer Thermen ist die komplexe Rekonstruktion der Förderungsanlage der Urquelle, die auch eine Teilsanierung des Schachtes der Urquelle und die Einführung des hocheffektiven Zapfens der Therme direkt aus der Hauptausgangsspalte beinhaltet. Die einzigartige Rekonstruktion, die auch erstklassige Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen einbezogen hat, förderte das Niveau des Umgangs mit den Teplitzer Thermen eindeutig in die europäische Spitze.
Das alles hat ein einziges Ziel: den Kurgästen Heilquellen von höchst erreichbarer Qualität sicherzustellen.
Die Qualität des Thermalwassers wird systematisch und äusserst streng kontrolliert. Die regelmässigen monatlichen Analysen werden von der Hygienebehörde erstellt. Ausser einer Kontrolle der Stabilität der Grundkomponenten wird vor allem die bakteriologische Unbedenklichkeit der Thermalwässer untersucht. Einer Kontrolle werden die Quellen, der Thermalwasserbehälter und alle Balneobetriebe unterzogen. Hinsichtlich der chemischen Beschaffenheit sind die Quellen erheblich stabil. Das beweisen die sehr anspruchsvollen und komplexen Analysen, die eine physikalische, chemische, radiologische, mikrobiologische wie auch Gasanalyse aufweisen. Diese Analysen werden laut dem Kurbadgesetz Nr. 164/2001 von dem Referenzlabor für Naturheilquellen des Gesundheitsministeriums der Tschechischen Republik, das in Marienbad ihren Sitz hat, in fünfjährigen Perioden durchgeführt. Aus diesen Analysen resultiert die folgende offizielle Klassifikation der Quellen:
Die Naturheilquelle Urquelle ist ein mittelmässig mineralisiertes Wasser vom Natriumhydrogencarbonatsulfat-Typ, mit erhöhtem Fluoridengehalt, thermal und hypotonisch. Die Temperatur liegt bei 38,5 °C und die gesamte Mineralisation bei 1.026 Mg/L.
Die Naturheilquelle Hynie ist ein mittelmässig mineralisiertes Wasser vom Natriumhydrogencarbonatsulfat-Typ, mit erhöhtem Fluoridengehalt, thermal und hypotonisch. Die Temperatur liegt bei 44,5 °C und die gesamte Mineralisation bei 1.319 Mg/L.

